4 Nährstoffe zur Bekämpfung von Nierenerkrankungen

Nierenerkrankungen

Chronische Nierenerkrankungen – bei denen sich Abfallprodukte im Körper ansammeln, weil die Nieren sie nicht richtig filtern können – betreffen derzeit ca. 5 Millionen Deutsche. Besonders gefährdet sind alternde Erwachsene und Wissenschaftler erwarten, dass die Häufigkeit der Erkrankung in den nächsten zehn Jahren stark ansteigen wird.

Vier Nährstoffe – Coenzym Q10, B-Vitamine, Vitamin E und Alpha-Liponsäure – erweisen sich jedoch als sichere, kostengünstige und wirksame Maßnahme zur Minimierung des Risikos von Nierenerkrankungen. Lasst uns darüber sprechen, wie diese vier Schlüsselnährstoffe dir helfen können, “die Bremse zu ziehen” in Bezug auf nierenbedingte Gesundheitsprobleme.

Chronische Nierenerkrankungen erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen

Die Nieren, die für die Filterung des Blutes mit der erstaunlichen Menge von 200 Litern pro Tag verantwortlich sind, werden einer hohen Konzentration von Giftstoffen ausgesetzt – und sind dadurch anfällig für massiven oxidativen Stress.

Die chronische Nierenerkrankung – auch bekannt als chronisches Nierenversagen – kann sich im Laufe der Zeit zu einer irreversiblen Nierenerkrankung entwickeln, bei der die Anreicherung von toxischen Abfallprodukten wie Kreatinin, Harnstoff und Stickstoff die Kontraktion und Dysfunktion lebenswichtiger Organe bewirkt.

Ohne Nierentransplantation oder Dialysebehandlung führt eine Nierenerkrankung im Endstadium zum Tod. Chronische Nierenerkrankungen können auch verheerende Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben, wobei Studien zeigen, dass die chronische Erkrankung der Nieren, das Risiko der Sterblichkeit durch Herzerkrankungen um das 30-fache erhöht.

Ja, das hast Du richtig gelesen. Bei den Patienten mit chronischer Nierenerkrankung besteht ein erhöhtes Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben – nicht um 30 Prozent, sondern um das 30-fache.

Coenzym Q10 verlangsamt Nierenerkrankungen bei über 80 Prozent der Patienten

Coenzym Q10 ist eine vitaminähnliche Substanz, die die natürliche antioxidative Kapazität des Körpers erhöht und freie Radikale neutralisiert. Sowohl das normale Altern als auch die Entwicklung von Nierenerkrankungen führen zu einem Rückgang des CoQ10-Spiegels, wodurch die Blutfette anfälliger für oxidative Schäden sind und die Nierenbelastung erhöht wird.

Eine neue, gründliche Studie zeigte genau, was eine Supplementation mit CoQ10 bewirken könnte – selbst bei Nierenversagen im Endstadium.

In einer Placebo-kontrollierten klinischen Studie, die in der Fachzeitschrift Nutritional and Environmental Medicine veröffentlicht wurde, wurden 97 Patienten mit chronischem Nierenversagen in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten dann entweder 180 mg CoQ10 pro Tag oder ein Placebo über einen Zeitraum von 12 Wochen.

Die Forscher fanden heraus, dass die Supplementierung mit CoQ10 das Fortschreiten der Nierenerkrankung im Endstadium bei 81 Prozent der Patienten verringerte oder sogar umkehrte. Die Zahl der Dialysepatienten sank in der CoQ10-Gruppe von 21 auf 12, die auch deutlich weniger Kreatinin und Harnstoffstickstoff im Blut hatten.

Das heißt, die Hälfte der mit CoQ10 behandelten Patienten, die sich zu Studienbeginn in der Dialyse befanden, konnten die Dialyse bis zum Ende der Studie abbrechen. (Im Gegensatz dazu hatte die Placebogruppe eine Verschlechterung der Nierenfunktion, und keiner von ihnen konnte die Dialyse stoppen).

Die Forscher stellten auch erhebliche Erhöhungen des nützlichen Beta-Carotins und der Vitamine D und E fest, während die Werte des toxischen Abfallprodukts Malondialdehyd drastisch zurückgingen.

Angesichts der Tatsache, dass die jährlichen Kosten der Dialyse im Milliarden Bereich liegen, haben medizinische Experten die Auswirkungen dieser Studie auf die öffentliche Gesundheit als “enorm” bezeichnet.

B-Vitamine, wie Pyridoxamin und Pyridoxal, schützen die Nieren

Vitamin B6, in Form von Pyridoxamin, hilft, schädliche Moleküle, die bei der Oxidation von Fetten entstehen, “einzufangen” und zu eliminieren. In Studien wurde gezeigt, dass dieser Nährstoff die Nieren schützt, indem er die Bildung von schädlichen Endprodukten der fortgeschrittenen Glykierung (AGEs) bekämpft.

In einer wegweisenden Tierstudie fanden Forscher heraus, dass Pyridoxamin das pharmazeutische Medikament Enalapril bei der Senkung des Kreatinininspiegels übertrifft.

Auch Humanstudien haben die positive Wirkung von Vitamin B6 unterstützt. In einer doppelblinden Placebo-kontrollierten Studie erhielten 317 Diabetiker mit Protein im Urin zweimal täglich ein Jahr lang Pyridoxamin.

Die Wissenschaftler berichteten, dass das Vitamin dazu beigetragen hat, den Anstieg des Kreatinininspiegels und das Fortschreiten der Nierenerkrankung zu verlangsamen – vor allem im Frühstadium.

Alpha-Liponsäure unterstützt die Nierenfunktion

Alpha-Liponsäure wurde weltweit auf ihre Fähigkeit untersucht, drogenbedingte Nierenschäden zu verhindern oder zu lindern. Es wurde nachgewiesen, dass die Liponsäure die Nieren sicher und wirksam vor toxischen Dosen von Acetaminophen und Cyclosporin schützt.

Tierversuche haben gezeigt, dass diese vorteilhafte Fettsäure den Eiweißverlust im Urin senken und die Nierenfunktion verbessern kann. Erfreulicherweise deuten Studien darauf hin, dass die Verabreichung von Alpha-Liponsäure an Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium auch das Risiko gefährlicher kardiovaskulärer Komplikationen verringern kann.

Gute Quellen für Alpha-Liponsäure sind Bierhefe, Brokkoli, Spinat, Rosenkohl, Rüben und Kartoffeln. Der Nährstoff ist auch als Nahrungsergänzung erhältlich.

Vitamin E kann die Nierenfunktion bei Diabetikern verbessern

Studien haben gezeigt, dass die starken antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Vitamin E zur Verbesserung der Nierenfunktion beitragen. Eine Studie, die in der Zeitschrift Diabetes Care veröffentlicht wurde, zeigte, dass 1.800 IE Vitamin E pro Tag eine Normalisierung der Fähigkeit der Niere, Kreatininin bei Patienten, die seit zehn oder mehr Jahren an Diabetes leiden, zu beseitigen, was zu einer Verbesserung der Nierenfunktion führte.

In anderen Forschungen kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Vitamin E das Nierenversagen, das durch oxidativen Stress entsteht, verlangsamen könnte, und nannten es als eine mögliche Begleittherapie zur Verlängerung der Nierenfunktion.

Mit Bio-Mandeln, Haselnüssen, Weizenkeimen, Sonnenblumenkernen und Olivenöl kannst Du die Vitamin E Zufuhr erhöhen. Vitamin E ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Tocopherole und Tocotrienole.

Mediterrane Ernährung

Mit Diabetes und Adipositas als zwei Hauptursachen für Nierenerkrankungen ist klar, dass die Ernährung eine Schlüsselrolle bei der Vorbeugung und Bekämpfung der Erkrankung spielt.

Tatsächlich hat eine Studie der Columbia University gezeigt, dass die Anwendung einer mediterranen Ernährung (reich an Obst, Gemüse, Fisch und gesunden Fetten und Ölen) mit einem geringeren Risiko für chronische Nierenerkrankungen verbunden ist – ein Beweis dafür, dass Nährstoffe eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung dieser verheerenden Krankheit spielen können.

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