Die Verbindung zwischen Leaky Gut Syndrom und Blut-Hirn-Schranke

Die Begriffe “Leaky Gut (undichter Darm)” und erhöhte Darmdurchlässigkeit beziehen sich auf die gleiche Sache, und die Idee ist folgende: Die Verbindungen in unserem Dünndarm sollten so dicht sein, dass nichts ein- oder austreten kann. In einem undichten Darm sind die Verbindungsstellen locker genug, dass Lebensmittelpartikel vorzeitig mit dem Blutkreislauf in Kontakt kommen können. Das Blut “denkt” also, dass die Nahrungsmittelpartikel fremde Eindringlinge sind, und es bildet Antikörper gegen sie. Die Symptome imitieren in den meisten Fällen die des Reizdarmsyndroms und umfassen Nahrungsmittelempfindlichkeit, Gas und Blähungen, abwechselnde Verstopfung und Durchfall. Fast überall hat eine gestörte Darmbarriere auch ein abnormales Mikrobiom.

Die Forschung zeigt nun aber, dass die Symptome des Leaky Gut Syndroms ganz anders aussehen können als bei der klassischen IBS-Darstellung. Tatsächlich kann ein Leaky Gut eine der zugrundelegenden Ursachen für Erkrankungen sein, die eine Störung der Blut-Hirn-Schranke zur Folge haben. Diese Störungen können neurologische Symptome, kognitive Verzerrungen, Stimmungsstörungen und sogar Myelinisierungsstörungen hervorrufen.

Was ist die Blut-Hirn-Schranke?

Wie auch die engen Verbindungen im Dünndarm schützt die Blut-Hirn-Schranke das Gehirn vor Toxinen und Krankheitserregern, die im Blutkreislauf zirkulieren könnten, gewährt aber Zugang zu Dingen wie Nährstoffen, Sauerstoff und Glukose.

Der Darm beeinflusst sicherlich die Blut-Hirn-Schranke durch eine gastrointestinale hormonelle Sekretion, die es Aminosäuren und einigen Medikamenten ermöglicht, die Blut-Hirn-Schranke zu durchqueren, und beeinflusst auch die Sekretion im zentralen Nervensystem von Zytokinen, dem entzündlichen Arm des Immunsystems. Eine Reihe von Studien zeigt aber auch, dass das Mikrobiom die Blut-Hirn-Schranke direkt beeinflussen kann. Tatsächlich zeigt diese Studie direkt, dass ein ungesundes Mikrobiom zu einer erhöhten Durchlässigkeit führen kann, während eine Korrektur des Mikrobioms dazu führt, dass sich das die Schranke wieder zusammenzieht.

Die Blut-Hirn-Schranke und demyelinisierende Krankheiten (Multiple Sklerose, Autismus)

Da der Darm die Produktion von entzündlichen Zytokinen im zentralen Nervensystem verändern kann, ist es nicht verwunderlich, dass es einen Zusammenhang zwischen der Autoimmunität im zentralen Nervensystem und dem Darmmikrobiom geben kann. Auch die Myelinisierung (die Fettabdeckung der Nervenzellen) wird durch Darmmikroben beeinflusst, und derzeit laufen Untersuchungen zu möglichen Verbindungen zwischen dem Mikrobiom und der Multiplen Sklerose.

Auch der Autismus wurde durch Myelinisierungsveränderungen im präfrontalen Cortex (dem Teil des Gehirns, der mit der exekutiven Funktionsweise verbunden ist) charakterisiert, und diese Studie zeigt, dass Autismus durch eine gestörte Blut-Hirn-Schranke charakterisiert ist. Normalerweise ist Autismus auch durch eine erhöhte intestinale Permeabilität gekennzeichnet. Die Mikrobiota-Therapie könnte daher bald eine offizielle Empfehlung für Autismus sein.

Quellen

naturalnewsblogs.comncbi.nlm.nih.gov

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